Gelesen im Mai bis Juli 2015

Das Lesen habe ich in den letzten Monaten zugegebenermaßen etwas vernachlässigt. Dies lag unter anderem daran, dass ich beschäftigter war in der Arbeit sowie im Privatleben. Andererseits habe ich mich auch mal wieder an andere Medien rangetastet und mehr Podcasts gehört sowie Dokumentationen geschaut. Trotzdem hat sich nun wieder genug für einen Post angesammelt und ich freue mich in den letzten Wochen wieder mehr ins Lesen reingekommen zu sein.
 

An Abundance of Katherines – John Green
Bewertung: 3/5

Doch, ein schönes Buch von John Green. Zwar kommt auch hier wieder die klassische Systematik, denen seine Bücher folgen (nerdy Hauptcharakter verliebt sich in cooles Mädchen), auf. Allerdings gibt es besondere Feinheiten und Details, die ich sehr mochte. Aber erst einmal zur Story: Colin, ein echtes Genie, beschließt nach der Trennung mit seiner Freundin einen kleinen Selbstfindungstrip mit seinem besten Freund Hassan zu machen. Dabei landen sie in einer Kleinstadt und heuern erst einmal bei einer der dortigen Bewohnerinnen an, um ihr bei einem Interviewprojekt zu helfen. Dabei lernt Colin auch ihre Tochter Lindsey kennen, die jedoch nicht zu ihm passt? Warum? Sie ist keine Katherine. Und alle (19) Ex-Freundinnen Colins hießen bislang Katherine. Toll an dem Buch fand ich die detaillreichen Fußnoten und die Liebe und Aufmerksamkeit, die in solche kleinen Feinheiten ging. Ein Beispiel hierfür ist die “Break-Up” Formel, die Colin versucht zu ermitteln. Also ein echt empfehlenswertes “typisches” John Green Buch, das doch mehr Überraschungen als andere seiner Bücher bietet.
 

The Life-Changing Magic of Tidying Up: The Japanese Art of Decluttering and Organizing – Marie Kondo
Bewertung: 3/5

Ein sehr gehyptes Buch, wie ich in letzter Zeit immer mehr bemerkt habe. Aber irgendwie auch zurecht: Kondo Marie erklärt wie man sein Leben am besten “de-cluttered” und dazu gehört laut ihr auf jeden Fall die richtige “KonMari”-Technik des Aufräumens. Nicht nur des Aufräumens, sondern auch des Sortierens, des Einschätzens und des Wegwerfens. Ich fand das Buch sehr interessant, da ich selber seit Januar versuche mich vielen Dingen zu entledigen und ihre Heransgehensweise eine ganz andere, zum Teil auch radikalere, ist. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht ihren Tipps zu folgen und ihre Methodik auszuprobieren. Ob ich mich langfristig daran halten kann, ist eine andere Frage (ich Chaos-Mensch).
 

Tell the Wolves I’m Home – Carol Rifka Brunt
Bewertung: 3/5

Die Story ist schnell zusammengefasst: Junes Onkel, ihr Lieblingsmensch, verstirbt an AIDS. Sie fühlt sich in ihrer Trauer alleine und freundet sich hinter dem Rücken ihrer Familie mit dem festen Freund ihres Onkels an. Meine Meinung zum Buch lässt sich allerdings nicht so schnell auf den Punkt bringen. Ich hatte von diesem Buch sehr viel erwartet. Die Schreibweise und der Stil von Carol Rifka Brunt wird von allen Seiten stark gelobt und auch ich stimme dem auch größteils zu. Auch die Thematik und die Herangehensweise des Buches gehen in eine herzerweichende Richtung. Allerdings hat es mein Herz irgendwie gar nicht getroffen. Ich bin überhaupt nicht ins Buch reingekommen und es hat mich richtig kalt gelassen. Manchmal war ich sogar leicht genervt und hatte Gedanken wie “Mag June ihren Onkel etwa wirklich etwas zu sehr?” “Es ist wirklich schwer eine Freundschaft zwischen jungem Mädchen und älterem Mann nicht ins Gruselige abwandern zu lassen…” Trotz allem ist es gut geschrieben und vielleicht lag es einfach an mir, dass dieses Buch mich nicht gepackt hat. Daher doch noch drei Sterne.
 

The Circle – Dave Eggers
Bewertung: 3/5

Auf dieses Buch habe ich mich extrem gefreut. Ich liebe Dystopien, alternative Realitäten, etc. Und die Vorherrschaft einiger weltweiter Konzerne hat mir vor allem in letzter Zeit viel zu denken gegeben. Dieser Roman Mae Holland, die einen neuen Job bei The Circle annimmt – dem weltweit größten Internetunternehmen. Google, Facebook, Myspace gibt es alles nicht mehr und The Circle vereint all diese Plattformen und geht dabei noch viel weiter. Zunächst noch verunsichert durch die Vorgehensweisen des Unternehmens, arbeitet Mae sich schnell ein und gerät immer tiefer in eine Welt, in der vollständige Transparenz das große Ziel ist. Das Positive an diesem Buch ist definitiv der Detailgrad. Ich fand es superspannend so viel zu den Mechaniken und Arbeitsweisen des Circles lesen zu können. Mit der Zeit steigt dieses mulmige Gefühl, das man als Leser hat, ins Unermessliche und insbesondere am Ende hätte ich Mae für ihre zunehmende Dummheit gerne mal links und rechts eine geklatscht. Aber das war vor allem weil das Buch diese Abhängigkeit, diesen aufopfernden Glauben in ein Unternehmen und seine Ideen so gut dargestellt hat. Das Ende war dafür richtig enttäuschend. Viel zu hastig wirkte es fehl am Platz und oberflächlich geschrieben. Als ob Dave Eggers plötzlich gemerkt hätte, dass er nur noch 10 Seiten hat um auf den Punkt zu kommen.
 

Global Marketing and Advertising: Understanding Cultural Paradoxes – Marieke de Mooij
Bewertung: 3/5

Ein sehr cooles, einsichtsvolles Buch, das sich mit der Thematik des globalen Marketings beschäftigt. Für meine Bachelorarbeit hatte ich bereits Stellen dieses Buches gelesen, habe mir aber dann noch einmal die Zeit genommen um es komplett durchzugehen. Und das dauert ganz schön, denn das Werk ist mit seinen ca. 300 DIN A4 Seiten voller reiner Theorie doch ein Wälzer. Allerdings wird es durch viele Beispiele und Bilder aufgelockert und gibt schöne Einblicke in die kulturellen Unterschiede, die in der Welt der Werbung existieren. Natürlich sehe ich das Ganze etwas kritischer, da ich durch meine Bachelorarbeit viele verschiedene Theorien aufgearbeitet und verglichen habe. Marieke de Mooij ist definitiv voreingenommen und in ihrer Darstellung nicht neutral – Allerdings gibt sie trotz allem einen sehr gut recherchierten Einstieg in die Thematik.
 

Isola – Isabel Abedi
Bewertung: 3/5

Nach dem Marketing-Buch von Marieke de Mooij gab es bei mir eine große Lesenspause. Zum Geburtstag habe ich allerdings eine Menge toller Bücher geschenkt bekommen und ich wusste, dass ich mich wieder mehr ins Lesen einfinden muss, um diese wirklich genießen zu können. Daher wollte ich zunächst wieder mit leichterer Lektüre einsteigen. Ob man Isabel Abedis Bücher als leichte Lektüre bezeichnen kann, weiß ich nicht, aber es sind definitiv Jugendbücher. Früher habe ich ihre Bücher (“Lucian” und “Whisper”) regelrecht verschlungen. Besonders Lucian hat mich damals richtig ins Herz getroffen und ich fand es toll, dass all ihre Bücher auf grundlegend verschiedenen Storys und Thematiken basieren. Auf solche Ideen muss man erstmal kommen. In Isola geht es um eine Gruppe Jugendlicher, die für ein Filmprojekt auf eine einsame Insel geschickt werden. Auf dieser müssen sie ein Spiel bewältigen und dann läuft doch so einiges aus dem Ruder. Eigentlich recht spannend, hat mich dieses Buch leider nicht so sehr packen können. Mittlerweile bin ich vielleicht doch etwas aus dem Alter raus? Was nicht bedeutet, dass ihr Schreibstil schlecht ist oder das Buch langweilig. Ganz im Gegenteil habe ich mir immer gewünscht, sie hätte mehr als nur die vier Jugendbücher geschrieben. Das letzte (“Imago”) werde ich deswegen definitiv auch noch lesen.
 

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5 Comments

  1. August 9, 2015 / 6:33 pm

    ahh sehr cool! jetzt hab ich wieder etwas Lese-Inspiration. vor allem das John Greene Buch würde mich wieder reizen – manchmal bedienen solche systematischen Bücher eben am besten die Befriedigung am Lesen.
    finde es übrigend toll, dass du trotz weniger Zeit noch am Lesen bleibst – bei mir bleibt der Stapel auf dem Nachttisch dann doch eher ein, zwei Monate unangetastet …

    <3 Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

    • Sandra
      August 15, 2015 / 8:45 pm

      Najaa, aber momentan komme ich wirklich nicht hinterher…Ich habe gerade mindestens drei Bücher, die schon seit einigen Wochen darauf warten gelesen zu werden 😀 Ich muss mich wieder anstrengen!

  2. August 10, 2015 / 2:31 pm

    Ahhh Whisper war jahrelang mein Lieblingsbuch 🙂 Ich arbeite mich seit fast einem Jahr durch “Oh Jerusalem” – das sind quasi nur historische Quellen aneinander gereiht. Aber wenn ich es geschafft hab, bin ich bestimmt ein bisschen besser informiert. 🙂 Mein aktuelles Lieblingsbuch ist “Exodus”. Ich hab irgendwie einen Narren an der Israelischen Geschichte gefressen…
    Liebe Grüße!

    • Sandra
      August 15, 2015 / 8:47 pm

      Die Bücher klingen auf jeden Fall sehr spannend, ich werde mir mal später mehr dazu durchlesen! 😀

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